Michael Mattis

in conversation with Chris Wascher, Head of Partner Management at united cloud

in conversation with Chris Wascher, Head of Partner Management at united cloud

Digitale Souveränität, Preisstabilität und echte Partnerschaft: Kaum ein Thema bewegt europäische Unternehmen aktuell so stark wie die Frage nach unabhängigen Cloud-Lösungen. Genau hier setzt die united cloud GmbH aus Stuttgart an. Seit über 20 Jahren steht das Unternehmen für leistungsfähige Cloud- und Hosting-Services „Made in Germany“ – konsequent auf Open-Source-Technologien aufgebaut, ausschließlich aus deutschen Rechenzentren bereitgestellt und kompromisslos DSGVO-konform.

Im aktuellen Interview mit Silicon Valley Europe werfen wir einen Blick hinter die Kulissen eines Cloud-Anbieters, der bewusst einen anderen Weg geht als die großen internationalen Hyperscaler. Statt komplexer Baukastensysteme setzt united cloud auf schlüsselfertige Cloud-Lösungen, die innerhalb von maximal 60 Minuten einsatzbereit sind – ohne Einrichtungsgebühren, ohne versteckte Kosten und mit klar kalkulierbaren Preisen. Warum dieses Modell besonders für mittelständische Unternehmen und Organisationen ohne eigene IT-Abteilung attraktiv ist und wie dadurch Zeit, Kosten und Ressourcen gespart werden können, darüber sprechen wir im Detail.

Ein besonderer Fokus des Interviews liegt auf dem Thema Partnerschaften. Unser Gesprächspartner Chris Wascher, verantwortlich für den Partnerbereich bei united cloud, bringt langjährige Erfahrung aus Controlling, IT-Services sowie dem Aufbau und der Führung von Support- und Managed-Services-Teams mit. Seit 2024 gestaltet er das europaweite Partnernetzwerk von united cloud aktiv mit – mit einem klaren Anspruch: Zusammenarbeit auf Augenhöhe, persönliche Betreuung und nachhaltige Mehrwerte für alle Beteiligten.

Gemeinsam sprechen wir über moderne Cloud-Strategien, die Rolle persönlicher Beratung in einer hochautomatisierten IT-Welt und darüber, warum Vertrauen, Transparenz und echte Nähe zu Partnern und Kunden heute entscheidender sind denn je. Ein Interview für alle, die Cloud nicht als anonyme Infrastruktur, sondern als strategischen Erfolgsfaktor verstehen.

Silicon Valley Europe: Herr Wascher, united cloud positioniert sich bewusst als souveräner deutscher Cloud-Anbieter. Was bedeutet digitale Souveränität für Sie ganz konkret – und warum ist dieses Thema heute wichtiger denn je?

Chris Wascher: Digitale Souveränität bedeutet für uns, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten, ihre IT-Infrastruktur und ihre technologischen Entscheidungen behalten. Konkret heißt das: Daten werden ausschließlich in Deutschland verarbeitet und gespeichert, Unternehmen wissen jederzeit, wo ihre Daten liegen, und sie geraten nicht in Abhängigkeiten von einzelnen internationalen Anbietern oder proprietären Technologien.

Dieses Thema gewinnt aktuell stark an Bedeutung. Geopolitische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und die zunehmende Abhängigkeit von wenigen globalen Hyperscalern führen dazu, dass viele Unternehmen ihre IT-Strategie neu bewerten. Dabei geht es nicht nur um Datenschutz und Compliance, sondern auch um langfristige Handlungsfähigkeit und unternehmerische Unabhängigkeit.

Für united cloud ist digitale Souveränität deshalb mehr als ein Schlagwort. Durch den konsequenten Einsatz von Open-Source-Technologien und den Betrieb unserer Infrastruktur in Deutschland schaffen wir die Grundlage für transparente, nachvollziehbare und unabhängige Cloud-Lösungen. So können unsere Kunden die Vorteile moderner Cloud-Technologien nutzen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten und ihre digitale Zukunft behalten.

Silicon Valley Europe: Seit über 20 Jahren setzt united cloud konsequent auf Open-Source-Technologien und deutsche Rechenzentren. Welche strategischen Vorteile ergeben sich daraus für Ihre Kunden im Vergleich zu internationalen Hyperscalern?

Chris Wascher: Der größte Vorteil liegt für unsere Kunden in der Unabhängigkeit und langfristigen Planbarkeit. Durch den konsequenten Einsatz von Open-Source-Technologien vermeiden wir Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern oder proprietären Plattformen. Unsere Kunden profitieren dadurch von mehr Flexibilität, Transparenz und der Sicherheit, dass ihre IT-Strategie nicht von den Entscheidungen eines einzelnen Anbieters bestimmt wird.

Gleichzeitig sorgen unsere deutschen Rechenzentren dafür, dass Daten innerhalb Deutschlands verarbeitet und gespeichert werden. Das schafft Vertrauen, erleichtert die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und gibt Unternehmen die Gewissheit, dass sie jederzeit wissen, wo sich ihre Daten befinden.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Kostenkontrolle. Während internationale Hyperscaler häufig sehr komplexe Preisstrukturen und nutzungsabhängige Modelle anbieten, setzen wir auf transparente und planbare Lösungen ohne versteckte Kosten. Das ist insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen von großer Bedeutung.

Darüber hinaus profitieren unsere Kunden von kurzen Wegen und persönlicher Betreuung. Statt anonyme Support-Strukturen und globale Hotlines erhalten sie direkte Ansprechpartner, die ihre Anforderungen kennen und sie langfristig begleiten. Diese Kombination aus technologischer Unabhängigkeit, Datensouveränität, Kostentransparenz und persönlichem Service macht für viele Unternehmen den entscheidenden Unterschied.

Silicon Valley Europe: Viele Unternehmen schrecken vor Cloud-Projekten zurück, weil sie komplex, teuer oder schwer kalkulierbar erscheinen. Wie begegnet united cloud genau diesen Vorbehalten?

Chris Wascher: Mit einfachen, schlüsselfertigen Lösungen, die schnell bereitgestellt werden und sofort genutzt werden können. Statt technischer Spezifikationen stellen wir den Nutzen für Unternehmen in den Vordergrund. Aus unserer Sicht muss Cloud verständlich und einfach sein. Gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen die über keine eigene IT-Abteilung verfügen.

Silicon Valley Europe: Sie verzichten bewusst auf klassische Baukastenprodukte und bieten stattdessen schlüsselfertige Cloud-Lösungen an, die innerhalb von 60 Minuten bereitgestellt werden. Wie ist dieses Modell entstanden – und wie wird es vom Markt angenommen?

Chris Wascher: Das Modell ist aus einer klaren Beobachtung heraus entstanden: Viele kleine und mittelständische Unternehmen benötigen heute moderne Cloud-Infrastrukturen, verfügen aber häufig nicht über eigene IT-Abteilungen oder spezialisierte Cloud-Experten. Klassische Baukastenmodelle bieten zwar maximale Flexibilität, setzen aber oft voraus, dass Kunden die Vielzahl an verfügbaren Komponenten, Ressourcen und Konfigurationsmöglichkeiten verstehen und bewerten können.

Wir haben uns deshalb bewusst für einen anderen Ansatz entschieden: standardisierte, schlüsselfertige Cloud-Lösungen, die typische Anforderungen von KMU bereits abdecken und innerhalb von 60 Minuten einsatzbereit sind. Dadurch reduzieren wir die Komplexität erheblich und ermöglichen unseren Kunden einen schnellen, unkomplizierten Einstieg – ohne lange Planungsphasen oder technischen Aufwand.

Die Resonanz aus dem Markt ist sehr positiv. Gerade KMU schätzen die Transparenz, die schnelle Bereitstellung und die Tatsache, dass sie sich nicht mit technischen Details auseinandersetzen müssen. Sie erhalten eine Lösung, die sofort funktioniert und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren lässt. Gleichzeitig profitieren sie von der Sicherheit, Skalierbarkeit und Professionalität einer modernen Cloud-Umgebung.

Silicon Valley Europe: Ein zentrales Argument für united cloud ist die Preisstabilität ohne versteckte Kosten. Wie gelingt es Ihnen, diese Verlässlichkeit in einem stark umkämpften Cloud-Markt sicherzustellen?

Chris Wascher: Preisliche Verlässlichkeit ist für viele Unternehmen ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines Cloud-Anbieters. Gerade im Cloud-Markt erleben Kunden häufig komplexe Preismodelle, variable Nutzungsgebühren oder zusätzliche Kosten, die erst im laufenden Betrieb sichtbar werden.

Unser Ansatz basiert deshalb auf Transparenz und Planbarkeit. Wir setzen konsequent auf Open-Source-Technologien und vermeiden Abhängigkeiten von Hyperscalern oder einzelnen internationalen Anbietern. Gleichzeitig behalten wir die volle Kontrolle über unsere Plattform und deren Weiterentwicklung.

Silicon Valley Europe: Ihre Cloud-Services richten sich ausdrücklich auch an Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung. Welche typischen Herausforderungen bringen diese Kunden mit – und wie unterstützen Sie sie konkret im Alltag?

Chris Wascher: Viele kleine und mittelständische Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, dass ihre IT-Anforderungen stetig wachsen, ihnen jedoch die personellen und fachlichen Ressourcen fehlen, um komplexe IT- und Cloud-Infrastrukturen selbst zu betreiben. Häufig gibt es keine eigene IT-Abteilung oder nur einzelne Mitarbeitende, die IT-Themen zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben betreuen.

Die größten Herausforderungen sind dabei meist die Auswahl der richtigen Lösung, der sichere Betrieb, die laufende Wartung sowie Themen wie Datensicherheit, Backups und Compliance. Gleichzeitig möchten sich die Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und nicht auf technische Details.

Genau hier setzen wir an. Wir bieten Cloud-Lösungen, die ohne tiefgehendes IT-Know-how genutzt werden können. Von der Bereitstellung über den Betrieb bis hin zu Updates, Monitoring und Support übernehmen wir die technischen Aufgaben. Unsere Kunden und Partner erhalten einen festen Ansprechpartner und können sich darauf verlassen, dass ihre Cloud-Umgebung zuverlässig, sicher und jederzeit einsatzbereit ist.

Unser Ziel ist es, die Komplexität moderner Cloud-Technologien zu reduzieren und IT für KMU so einfach und verständlich wie möglich zu machen.

Silicon Valley Europe: Hohe Automatisierung, moderne Technologie und gleichzeitig persönliche Beratung: Wie schaffen Sie diesen Spagat zwischen Effizienz und Nähe zum Kunden?

Chris Wascher: Für uns schließen sich Automatisierung und persönliche Beratung nicht aus – im Gegenteil. Durch den hohen Automatisierungsgrad unserer Plattform werden viele technische und wiederkehrende Aufgaben effizient im Hintergrund ausgeführt. Dazu gehören beispielsweise die Bereitstellung von Cloud-Umgebungen, Updates, Monitoring oder die Verwaltung der Infrastruktur.

Dadurch gewinnen wir Zeit für das, was unseren Partnern und Kunden wirklich wichtig ist: persönliche Beratung und individuelle Unterstützung. Unsere Kunden müssen sich nicht durch komplexe technische Prozesse arbeiten, sondern erhalten direkte Ansprechpartner, die ihre Anforderungen verstehen und verständlich erklären können.

Moderne Technologie sorgt bei uns für Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit, während der persönliche Kontakt sicherstellt, dass wir die Bedürfnisse unserer Partner und Kunden genau kennen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist diese Kombination besonders wertvoll: Sie profitieren von den Vorteilen einer hochmodernen Cloud-Plattform, ohne auf einen persönlichen Service verzichten zu müssen.

Silicon Valley Europe: Sie verantworten seit 2024 den Partnerbereich bei united cloud. Was macht eine erfolgreiche Partnerschaft für Sie aus, und worauf legen Sie beim Aufbau des europaweiten Netzwerks besonderen Wert?

Chris Wascher: Für mich basiert eine erfolgreiche Partnerschaft vor allem auf Vertrauen, Verlässlichkeit und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Technologie ist wichtig, aber am Ende machen Menschen miteinander Geschäfte. Deshalb stehen für mich die persönlichen Beziehungen zu unseren Partnern im Mittelpunkt.

Jeder Partner hat unterschiedliche Geschäftsmodelle, Ziele und Anforderungen. Deshalb verfolgen wir keinen standardisierten Ansatz, sondern legen großen Wert auf eine individuelle Betreuung. Wir hören zu, verstehen die Bedürfnisse unserer Partner und entwickeln gemeinsam Lösungen, die zu ihrem Geschäft passen.
Unser Motto lautet nicht „Get what we offer“, sondern „Get what you really need“!

Beim Aufbau unseres europaweiten Partnernetzwerks ist es mir besonders wichtig, langfristige Beziehungen aufzubauen und echten Mehrwert zu schaffen. Unsere Partner sollen nicht nur von einer leistungsfähigen Cloud-Plattform profitieren, sondern auch von einem direkten Ansprechpartner, kurzen Entscheidungswegen und einer engen Zusammenarbeit. So entsteht eine Partnerschaft, von der beide Seiten nachhaltig profitieren können.

Silicon Valley Europe: Wie unterstützen Sie neue Partner vom Onboarding bis hin zu komplexen Kundenprojekten, und welchen Mehrwert bietet united cloud dabei im Vergleich zu anderen Cloud-Anbietern?

Chris Wascher: Wir verstehen unsere Partner nicht nur als Vertriebskanal, sondern als langfristige Geschäftspartner. Deshalb begleiten wir sie von Anfang an sehr eng – vom ersten Onboarding über technische Schulungen bis hin zur Unterstützung bei konkreten Kundenprojekten.

Gerade in der Anfangsphase ist es wichtig, dass Partner unsere Lösungen, Prozesse und Möglichkeiten schnell verstehen und sicher beim Kunden präsentieren können. Dafür stellen wir nicht nur die technische Plattform bereit, sondern unterstützen auch bei der Konzeption, Angebotserstellung und Umsetzung von Projekten. Bei komplexeren Anforderungen stehen unsere Experten jederzeit beratend zur Seite.

Silicon Valley Europe: Abschließend der Blick nach vorn: Welche Rolle wird united cloud in den kommenden Jahren im europäischen Cloud-Markt spielen – und welche Entwicklungen erwarten Sie im Bereich souveräner Cloud-Lösungen?

Chris Wascher: Wir sehen für united cloud in den kommenden Jahren eine große Chance, sich als führender Anbieter für einfache, souveräne und bezahlbare Cloud-Lösungen im europäischen Mittelstand zu etablieren. Der Bedarf an digitalen Infrastrukturen wächst kontinuierlich, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und technologische Unabhängigkeit.

Wir beobachten, dass sich immer mehr Unternehmen mit der Frage beschäftigen, wo ihre Daten gespeichert werden, welchen rechtlichen Rahmenbedingungen sie unterliegen und wie stark sie von einzelnen internationalen Anbietern abhängig sind. Souveränität wird daher zunehmend zu einem strategischen Thema und nicht mehr nur zu einer technischen Fragestellung.

Für die Zukunft erwarten wir, dass europäische Cloud-Lösungen deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Unternehmen suchen nach Alternativen, die ihnen mehr Kontrolle über ihre Daten und ihre IT-Infrastruktur bieten, ohne dabei auf moderne Technologien und Innovationskraft verzichten zu müssen.

Unser Ziel ist es, diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Mit unserem Fokus auf Open-Source-Technologien, unserer Unabhängigkeit von Hyperscalern und unserem konsequenten Ansatz, Cloud-Lösungen einfach und verständlich bereitzustellen, sehen wir uns sehr gut positioniert, um insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten.

Silicon Valley Europe: Vielen lieben Dank für dieses spannende Interview und die Einblicke in Ihre Arbeit.