In the interview with Klaus Weßendorf and Andreas Hilbers from deltashops

Seit der Gründung von deltacity.NET im Jahr 1997 ist Klaus Weßendorf ein Internet-Pionier der ersten kommerziellen Stunde. Mit seiner Expertise und seinen Podcast-Reihen, z.B. Coffee2Know und Wessis digitalk, hat er sich im gesamten DACH-Raum einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Andreas Hilbers, einem renommierten Shopware- und PIM-Experten, leitet er seit über 20 Jahren die Tochterfirma deltashops GmbH & Co. KG, die sich auf erfolgreiche E-Commerce-Lösungen spezialisiert hat.
n unserem kommenden Interview sprechen wir mit Klaus Weßendorf und Andreas Hilbers über ihre pragmatischen Ansätze für E-Commerce mit dem Kernstück deltaPIM sowie die Nutzung von Shopware. deltashops setzt den Fokus nicht auf den Vertrieb der selbst entwickelten PIM, sondern auf die Implementierung und ständige Betreuung ihrer Systeme, was zu einer schnellen und effizienten Nutzung führt.
Im Interview erfahren Sie, wie deltashops durch die Entwicklung von über 100 Schnittstellen zu verschiedenen Portalen und Anwendungen maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden bietet, warum es sich lohnt Shopware als Shop-Software einzusetzen und wie die Flexibilität der deltaPIM den spezifischen Anforderungen ihrer Kunden gerecht wird.
DIGITAL FUTUREmag: Herr Weßendorf, seit der Gründung von deltacity.NET im Jahr 1997 sind Sie ein Pionier im Internetgeschäft. Was waren die größten Herausforderungen und Meilensteine in den Anfangsjahren des kommerziellen Internets?
Klaus Weßendorf: Gute Frage, denn bei der Geschwindigkeit sind es gefühlt eher 80 als 27 Jahre. Am Anfang war sicherlich die „Kostenlos-Mentalität“ sehr herausfordernd, wenn man kommerzielle Strukturen aufbauen wollte. Heute werden sie akzeptiert als „Lockvogel“- Angebote bzw. Handel „Nutzen gegen Zeit und Daten“.
Auch waren damals die Datenautobahnen eher kleine Landwege und das Handy gab es ohne Apps nur zum Telefonieren bzw. für SMS.
DIGITAL FUTUREmag: Sie und Herr Hilbers leiten seit über 20 Jahren deltashops GmbH & Co. KG. Wie hat sich der E-Commerce-Sektor in dieser Zeit verändert und welche Trends sehen Sie aktuell als besonders relevant?
Klaus Weßendorf: Die Antwort wird Sie nicht überraschen: Der Einsatz der KI wird einiges neu sortieren.
Insbesondere die sich verändernde Google-Suche wird vermutlich den ganzen SEO-Markt durcheinander wirbeln.
In den letzten Jahren gab es zudem einen enormen Trend weg von nativer Programmierung hin zu einer riesigen Plugin-Auswahl – mit allen Chancen und Risiken. Schnelle und günstige Lösungen mit sehr vielen Plugins bedeuten auf der anderen Seite einen deutlich steigenden Aufwand beim Updaten von neuen Softwareversionen oder den Betriebssystemen auf den Webservern. Auch die Sicherheitsrisiken nehmen zu.
DIGITAL FUTUREmag: Herr Hilbers, Sie haben sich als Shopware- und PIM-Experte einen Namen gemacht. Warum haben Sie sich für Shopware als Shop-Software entschieden und welche Vorteile bieten Sie Ihren Kunden?
Andreas Hilbers: Für uns gab es mehrere Kriterien, uns für Shopware zu entscheiden. Zum einen wollten wir mit einer Software arbeiten, die zumindest im Kern den Open Source-Standard bedient und uns als Agentur ein Stück Unabhängigkeit erhält. Außerdem bietet Shopware eine offene Schnittstelle – für uns ein ganz wichtiger Faktor, da somit eine große Flexibilität bzgl. Anbindung an andere Systeme garantiert ist. Und aus Sicht unserer Kunden war der userfreundliche Admin-Bereich mit den zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten über die Erlebniswelten ein wichtiger Entscheidungspunkt.
DIGITAL FUTUREmag: deltashops setzt stark auf die selbst entwickelte deltaPIM-Lösung. Was macht deltaPIM einzigartig und wie unterstützt es Unternehmen bei ihrem Product Information Management?
Andreas Hilbers: Die deltaPIM haben wir gemeinsam mit einigen unserer Kunden entwickelt. Wir sind somit direkt im Tagesgeschäft verschiedener Unternehmen gewesen und haben die Anforderungen tagtäglich erlebt. Das Ergebnis ist ein sehr flexibles System, das leicht zu bedienen ist und somit sehr schnell eine Akzeptanz in den Unternehmen findet. Wir haben im Laufe der Zeit immer wieder viel Feedback und auch einige Verbesserungsvorschläge von unseren Kunden bekommen. Wir stellen unseren Usern also nicht einfach ein Stück Software bereit, sondern wir entwickeln die deltaPIM gemeinsam mit den Anforderungen unserer Kunden weiter. Wir schaffen so individuelle Lösungen für verschiedenste Herausforderungen.
DIGITAL FUTUREmag: Ein großer Vorteil von deltashops ist die schnelle Implementierung und ständige Betreuung der Lösungen. Können Sie den Prozess von der Konzeption bis zur ersten Nutzung der deltaPIM-Lösung erläutern?
Klaus Weßendorf: Zunächst besprechen wir mit dem Kunden die Ziele und analysieren fast schon parallel seine Daten. Dadurch können wir relativ zügig abschätzen, wie schnell und mit welchem Aufwand die Ziele erreicht werden.
Die „Erstbefüllung“ der deltaPIM geschieht dann auch meist durch uns – parallel mit der Entwicklung der ersten Schnittstellen für die Updates.
Dadurch hat der Kunde schon nach wenigen Wochen Zugriff auf die deltaPIM, kann sich an die „neue Welt“ gewöhnen und lernt, dass diese kein „Hexenwerk“ ist.
Danach kümmern wir uns dann um weitere Schnittstellen wie Lagerbestände, Preise oder Kundengruppen sowie um das Ausspielen der Daten im eigenen Shop oder auf Portalen. Für die Automatisierung ist „der Weg zurück“ spannend, also der Transfer der Bestellungen auf den verschiedenen Portalen zurück ins ERP-System des Kunden.
DIGITAL FUTUREmag: Ihre PIM-Lösungen sind für ihre Flexibilität bekannt. Wie stellen Sie sicher, dass kundenspezifische Featurewünsche schnell und effizient umgesetzt werden?
Klaus Weßendorf: Da wir die PIM selbst entwickelt haben und ständig weiterentwickeln, haben wir – im Gegensatz zu einer Fremd-Software – einen guten Überblick, was geht und was nicht bzw. was einfach geht und was mit immensem Aufwand. Wenn die Kundenwünsche auch für andere Kunden interessant sind, setzen wir diese gleich als neues Feature in die nächste Version ein.
DIGITAL FUTUREmag: Sie haben über 100 Schnittstellen zu verschiedenen Portalen und Anwendungen entwickelt. Wie gehen Sie an die individuelle Umsetzung solcher Integrationen heran und welche Vorteile bietet dies Ihren Kunden?
Andreas Hilbers: Bei der Erstellung von Schnittstellen analysieren wir zuerst den Ist-Zustand, welche Daten liegen in welchem Format vor und wohin sollen sie über die Schnittstelle hin transportiert werden. Durch die Vielzahl der bereits umgesetzten Schnittstellen können wir bei der Realisierung dann häufig auf bestehende Software zurückgreifen oder diese individuell anpassen. In ganz speziellen Fällen können wir die Schnittstelle aber auch komplett neu entwickeln – das ist unser Tagesgeschäft und das unterscheidet uns auch von vielen anderen Anbietern. Wir richten uns also nach den bestehenden Systemen beim Kunden und erstellen dafür individuelle Lösungen.
DIGITAL FUTUREmag: Wie hilft deltaPIM dabei, die Effizienz und Genauigkeit in der Verwaltung von Produktinformationen zu verbessern?
Andreas Hilbers: Grundsätzlicher Vorteil einer PIM ist die zentrale Verwaltung von Daten. So können die Artikeldaten in der deltaPIM angelegt, angereicht und in verschiedene Kanäle übertragen werden. Das bezieht sich auch auf Übersetzungen, Bilder, Datenblätter, Videos u.s.w. Diese zentrale Pflege minimiert den Aufwand im Unternehmen und senkt die Fehleranfälligkeit auf ein Minimum.
DIGITAL FUTUREmag: Herr Weßendorf, neben Ihrer geschäftlichen Tätigkeit engagieren Sie sich ehrenamtlich und sind durch Ihre Podcast-Reihen bekannt. Wie beeinflusst dieses Engagement Ihre Arbeit und welche Themen sind Ihnen besonders wichtig?
Klaus Weßendorf: Bei den Podcasts geht es ja immer „über den Tellerrand“ hinaus – auch um Themen, die vielleicht auf dem ersten Blick nicht viel mit E-Commerce zu tun haben. Mir ist die Perspektive auf angrenzende Schwerpunkte wichtig und – viel bedeutender – welche Menschen dahinter stecken und was diese antreibt.
DIGITAL FUTUREmag: Abschließend, welche Visionen und Ziele haben Sie für die Zukunft von deltashops? Welche neuen Entwicklungen dürfen Ihre Kunden erwarten?
Klaus Weßendorf: Wie bereits erwähnt dürfen wir gespannt sein, wie die Nutzung von KI den Markt in den nächsten Wochen und Monaten durcheinander wirbelt. Im Bereich von Marketing-Texten für die einzelnen Portale sowie neuer Bilderlandschaften tut sich ja schon viel, mit den neuen Übersetzungsmöglichkeiten in andere Sprachen werden viele ihr Geschäft nun deutlich internationaler denken dürfen.
DIGITAL FUTUREmag: Ich danke Ihnen für dieses ausführliche und nachhaltige Interview zu Ihrer Tätigkeit und insbesondere auch zu Ihrem Podcast. Danke!